
Die systematische Sprachverzerrung
Wir leben in einer Sprechkultur, in der oft nicht gesagt wird, was gemeint ist – und nicht gemeint ist, was gesagt wird. Im Privaten beginnt das harmlos: mit einem achselzuckenden Ja, mit „meine und deine Wahrheit“, das Klärung umgeht, oder mit Gesprächen, in denen es plötzlich ums Gewinnen statt ums Verstehen geht. Öffentlich wird daraus schnell Lagerlogik und moralische Abkürzung. Politisch ist das gefährlich, weil komplexe Probleme in eine Sprache gepresst werden, in der echte Lösungsansätze keine Mehrheit finden können. Wie finden wir aus diesem kommunikativen Labyrinth heraus – und wo fangen wir an?








